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hdg.gif (1707 Byte)Haus der Geschichte

hdg.jpg (37125 Byte)Haus der Geschichte - Die Dauerausstellung

Seit der Initiative und von Beginn der Überlegungen der Sachverständigen an stand fest, daß im Haus der Geschichte nicht nur bundesdeutsche Historie präsentiert werden könne. Der perspektivische Blick in die DDR war schon vor den Ereignissen des Jahres 1989 fest eingeplant. Selbstverständlich wurde die Konzeption des Hauses mit dem Fall der Mauer, mit dem Beitritt der DDR und der Vereinigung Deutschlands wesentlich erweitert; heute nehmen gesamtdeutsche und DDR-Themen etwa 40 Prozent des Raumes der Dauerausstellung ein.

Die Auswirkungen der deutschen Einheit auf das Selbstverständnis des Hauses und auf das Konzept der Dauerausstellung nehmen sowohl 1989/90 in den Beratungen des Deutschen Bundestages als auch in den Aussprachen innerhalb der Stiftungsorgane besonderen Raum ein. Übereinstimmende Überzeugung und Ergebnis: Das Haus der Geschichte darf sich nicht nur auf den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Wiedererlangung der deutschen Einheit beschränken, sondern muß als Museum für Zeitgeschichte auch die künftige Entwicklung Deutschlands begleiten, und zwar sowohl in seiner Sammlungs- als auch in der Ausstellungstätigkeit. In Abgrenzung der Aufgaben gegenüber dem Deutschen Historischen Museum in Berlin, das die gesamte deutsche Geschichte vom Frühmittelalter bis in die jüngste Zeit umfaßt, erhält das Haus der Geschichte Priorität insbesondere in seinen Sammlungen für die Zeitgeschichte nach 1945.

Wie ist die Fülle der geschichtlichen Fakten, Zusammenhänge und Querbezüge zu bündeln und auf einer Ausstellungsfläche von 4.000 Quadratmetern anschaulich und überzeugend darzubieten? Wie kann es gelingen, mehr als ein halbes Jahrhundert wissenschaftlich fundiert zu auszustellen, wenn Bücher zu speziellen Fragestellungen in Ost und West bereits ganze Bibliotheken füllen? Welcher Kunstgriff ermöglicht es, Geschichte nicht als beliebige Abfolge von unterschiedlichen Ereignissen erscheinen zu lassen, die scheinbar unverbunden nebeneinander stehen? Ereignisse und Prozesse der Geschichte sind miteinander verwoben, ebenso auf verschiedenen Ebenen wie aus unterschiedlichen Perspektiven darstellbar und vielfältig subjektiv bewertbar. Gleichzeitigkeit und Überlagerungen der Geschichte bilden eine, Erwartungen der mitlebenden Zeitzeugen und ihre Erinnerung eine andere große Herausforderung an die Konzeption.

Das Haus der Geschichte orientiert sich an einem strukturgeschichtlichen Ansatz. Die Politikgeschichte bildet den "roten Faden" der Ausstellung mit einem chronologischen Gerüst aus Bundestagswahlen und herausragenden Ereignissen, die sich in das kollektive Gedächtnis eingegraben haben. Beginnend mit dem Jahr 1949, bilden Ausstellungsstationen aller Bundestagswahlen so etwas wie "Knotenpunkte" auf dem Gang durch die Geschichte. Sie markieren den Weg der Besucher und bieten Möglichkeit, unterschiedliche Ereignisse und Entwicklungen chronologisch einzuordnen. Diese Zeitebene eher kurzfristiger Abläufe mit Kabinetten und Regierungsprogrammen verdeutlicht auch den Einfluß wichtiger Persönlichkeiten auf die deutsche Geschichte. Diesem "roten Faden" zugeordnet sind die sich über längere Zeiträume verändernden Themen der Wirtschafts-, Sozial-, Alltags- und Kulturgeschichte. Die dauerhaften Entwicklungen dieser "langsameren" Zeitebene begegnen dem Besucher mehrfach in unterschiedlichen zeitlichen und thematischen Umfeldern.

Der Zweite Weltkrieg beschreibt nicht nur in der deutschen Geschichte eine deutliche Zäsur. Auch international gilt das Jahr 1945 als Epochenjahr. Unsere Zeitgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg umfaßt bislang ein halbes Jahrhundert, sie reicht bis in die Gegenwart. Teile dieser Zeitgeschichte gehören zu unserer Lebensgeschichte. Die im Haus der Geschichte präsentierten Jahre sind für die Besucher - entsprechend ihrem Alter - erlebte Zeit. Zeitgeschichte ist die "Epoche der Mitlebenden".

Dies macht uns befangen, spricht uns direkt an und gibt uns zugleich tiefere Verpflichtung und Verantwortung.

Bewußt hat die Ausstellung kein festes Enddatum. Das Haus der Geschichte begleitet die Zeitgeschichte weiter - mit offenem Ende in der Dauerausstellung einerseits und in Wechselausstellungen und Veranstaltungen zu historischen und aktuellen Themen andererseits. Ausstellungen sind auch historisches Gewissen: "Wir müssen die Generation unserer Kinder und Enkel mit den Wurzeln unserer freiheitlichen Demokratie vertraut machen. Zugleich muß die Erinnerung an Unrecht und Terror in der SED-Diktatur wachgehalten werden. Das Vergessen zu verhindern, ist ein wichtiger Beitrag dieses Museums, um das Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit für die Lehren der Geschichte, für den Wert eines Lebens in Frieden und Freiheit zu schaffen", so Bundeskanzler Kohl am 14. Juni 1994 in seiner Eröffnungsansprache zu den Aufgaben des Hauses der Geschichte.

Eine Ausstellung zur deutsche Zeitgeschichte muß der Realität der internationalen Verflechtung Rechnung tragen. Nicht nur der wechselseitige perspektivische Blick in die DDR und vom östlichen Teilstaat in die Bundesrepublik, sondern auch die Darstellung der vielfältigen aber qualitativ unterschiedlichen Verbindungen beider deutschen Staaten mit dem Ausland, die sich mit Schlagworten wie europäische Integration und RGW, NATO und Warschauer Pakt sowie Vereinte Nationen umreißen lassen, sind wichtige Bestandteile der Präsentation. Diese internationale Komponente - das Schicksal Deutschlands wurde wie bei kaum einem anderen Land durch das internationale System maßgeblich bestimmt - eröffnet Horizonte und bewahrt das Haus der Geschichte vor einer deutschen Nabelschau.

 

Der Adenauer - 300

September 1955: Höhepunkt im Dienstalltag des ersten Kanzlermercedes. Bundeskanzler Konrad Adenauer reiste erstmals nach Moskau - er selbst und die engere Delegation in zwei Sonderflugzeugen, weitere Begleiter in einem "Diplomatensonderzug". Neben dem Salonwagen des Kanzlers, der heute im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt ist, führte der Zug auch einen Autoverladewagen mit dem Kanzlerauto mit. Adenauer fuhr mit seinem 300 durch Moskau und zu den Verhandlungen in den Kreml. Neben den voluminösen sowjetischen Staatskarossen wirkte der mitgebrachte 300 eher zierlich, fand aber große Aufmerksamkeit bei Passanten und Fotografen.

Haus der Geschichte - wer mehr über das Haus der Geschichte wissen möchte, erfährt es hier

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